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Mensch Meier, was soll das mit…

…dem Meier?
…dem Kollektiv?
…dem Profit?
…dem Plenum?
…dem Betriebsplenum?
…der Frauenkampfsportgruppe?
…dem Links-Sein?
…dem Rausch?
…der Arbeit?
…der Aussenwirkung?




Mensch, was soll das mit dem Meier?

Erst wars so lass mal nen Ort machen, wo wir selber entscheiden was da passiert. Mittlerweile hat sich gezeigt wir machen halt die Schnittstelle, zwischen Vision und Realität.

Wir verwalten den Raum für viele. Was für uns dabei rausspringt? Na ja materielle Dinge eher wenig, aber dafür jede menge Wissen. Wir lernen den Umgang mit den Dingen, wir lernen uns zu organisieren.

Alle Informationen: Stand 09.16




Mensch Meier, was soll das mit dem Kollektiv?

Ohne Chef wird gemeinsam gedacht und gehandelt. Selbstverwaltet unseren Alltag bewältigen ist eines unserer Lernziele. Die Verantwortung tragen alle, sonst keine*r.

Mit Blick auf Gesellschaft und der Idee, dass es zwar um mich aber auch um alles Andere geht. Schlagwort bist du und die Geschichte. Unsere Entscheidungen treffen und besprechen wir in einem Plenum. Und wer macht den Abwasch?

Alle Informationen: Stand 09.16




Mensch Meier, was soll das mit dem Profit?

Die Kollektivmitgliedas des Mensch Meier haben sich bei Freund und Familie verschuldet, um eigenmächtig ein Haus umzubauen. Gewinne, die über eine Schuldenrückzahlung gehen, gibt es nicht. Gemeinsam erwirtschaftete Soligelder gehen direkt an die mit uns kooperierenden Initiativen. Falls es je weitere Gewinne geben sollte, bleiben sie im Projekt.

All die Löhne, Bonis und Sonderzahlungen an Helferinnen und Kollektiv haben, finanziell gesehen, zusammen eher Hartz IV Charakter. Und warum nicht gleich Hartz IV?

Alle Informationen: Stand 09.16




Mensch Meier, was soll das mit der Türpolitik?

Wir bestimmen wer reindarf. Oder besser: wir können nicht nicht bestimmen wenn wir reinlassen. Eigentlich würden wir gerne jede*n willkommen heißen.

Wir versuchen fair zu sein. Wir fühlen uns den Leuten vor der Tür und hinter der Tür gegenüber verantwortlich. Manchmal verstoßen Menschen gegen unsere Prinzipien und verletzen damit die Grenzen anderer oder gefährden das Projekt. Dann kommen sie nicht rein beziehungsweise fliegen wieder raus.

Wir versuchen ein ausgeglichenes Verhältnis im Laden zu schaffen. Das trifft manchmal die Falsche*n. Und wie ist Deine Türpolitik?

Unsere Party soll auch deine Party sein. Das fängt bei unserer Tür an. Unsere Türsteher*innen sollen unsere Gäste nicht nach rassistischen oder sonstigen Klischees und Schubladen bewerten. Uns ist auch deswegen Diversität in den Tür-Teams wichtig. Regelmäßige Awareness Schulungen und eine Vermittlung der Clubphilosophie sind daher essentiell.

Niemensch wird ausgeschlossen weil irgendjemensch der Kleidungsstil nicht passt. Alle friedlichen Menschen sind willkommen. Mit dieser Einschränkung gibt es dann allerdings auch wieder eine Selektion: Nazis, Rassist*innen, Sexist*innen und Menschen die sich mit ihrem Konsum (von Drogen oder Alkohol) bereits vor dem Club überschätzt haben, werden zum Schutz der anderen Gäste nicht rein gelassen. Das ist für uns der zentrale Grund weshalb wir eine Tür brauchen: Nicht um willkürlich zu selektieren, sondern um Menschen denen Scheiße passiert zu helfen oder es von vorne herein zu verhindern; um Menschen die Scheiße produzieren daran zu hindern damit weiter zu machen.

Vielleicht aber ist dies der wichtigste Unterschied zu Mainstream-Partys: auch wenn nicht immer Zeit bleibt sofort alles zu erklären, so sollen unsere Türsteher*innen euch dennoch immer auf Augenhöhe begegnen.

Alle Informationen: Stand 09.16




Mensch Meier, was soll das mit dem Plenum?

Hier treffen wir zusammen unsere Entscheidungen. Es wird nicht abgestimmt. Alle haben ein Vetorecht. Wegen Konzentration nehmen wir keine Telefone mit und sind alle nüchtern. Ein Mensch führt Protokoll. Zu Beginn gibt es eine Emorunde.

Alle dürfen sagen was sie wollen und solange sprechen wie Bedarf ist. Wer nicht will muss nichts sagen. Punkte werden reingerufen und im Protokoll aufgeschrieben. Zu sortieren ob es ein Bericht, ein Termin oder Diskussionspunkt ist hilft später Zeit zu sparen.

Wir versuchen uns aussprechen zu lassen und nur ein Gespräch auf einmal zu führen. Wird es zu laut oder zu hungrig machen wir eine Pause - hierbei gilt wenn eine*r eine Pause braucht, müssen wir eine machen.

Alle Informationen: Stand 09.16


4 jahre wöchentliche oder ca. 198 Plena später - wir verändern uns. Keine Zeit und keine Lust werden zu immer grösseren Gegnern des gemeinsamen Treffens. Ja auch die Lebensumstände und Prioritätensetzung ändern sich.

Um den Betrieb am laufen zu halten haben wir beschlossen unsere Organisationstruktur zu ändern.

Nicht mehr einmal die Woche sondern einmal im Monat kommen nun die Kollektivistas zusammen. Die frei werdende Zeit wird, in form eines gewerkeplenums, in die Organisation des Betriebs gesteckt. Heisst mehr Zeit für den Betrieb, weniger Zeit für die Betreiber. Und was heisst das für die Utopie?

Alle Informationen: Stand 09.18




Mensch Meier, was soll das mit dem Fxxxbook?

Wir wollen kein automatisches Profil, kein Algorithmus, der dir vorschlägt das Mensch Meier zu liken.

Kein Bock unser Tun digital anzupreisen, um einen riesigen, globalen Datenfischer noch mehr zu füttern und dabei zu helfen allein noch reicher zu werden. Ist es nicht absurd, dass mit unseren Beziehungen Geld gemacht wird?

Komm lieber her und kabbeltanzdiskutierkuscheerebegestalte gemeinsam mit uns und allen anderen zusammen, die auch an diesem Ort sind. Damit Menschen mitkriegen, was wir anzetteln, gestalten wir eine Website, mailen wir Newsletter, drucken Monatsprogramme, Flyer und Poster.

Alle Informationen: Stand 09.16


MENSCH MEIER WAS SOLL DAS MIT DEM FXXXBOOK

Erstens
Falls ihr es noch nicht mitgekriegt das Mensch Meier hat nicht eine, nein sogar zwei Facebook seiten.

Äh moment, sagtet ihr nicht ihr macht das nicht?

Ja genau. Nur Facebook funktioniert so nicht. Die machen das einfach selber. Und der Algorithmus ist so ausgefeilt das Mensch das nicht so einfach merkt.

Zweitens
Zusätzlich scheint es nicht mehr möglich zu sein Veranstaltungen ohne Facebook zu bewerben. Das kriegen wir auf jeden fall fast immer von den veranstalterinnen* kommuniziert.

Da das Meier, ohne Veranstaltungen nicht existieren kann sind wir gezwungen auf die Veranstalterinnen* zu zugehen.

Somit ist es nun seit mehr als 1 1/2 Jahren üblich das Veranstalterinnen* ein Facebook Event erstellen dürfen.

Die Kombination aus beiden Punkten lässt nach aussen keinen anderen Schluss zu als das Mensch Meier macht und ist bei Facebook.

So ganz wiedersprechen können wir dem nicht mehr.

Und was sagt das über Dein Medienverhalten?

Alle Informationen: Stand 09.18




Mensch Meier, was soll das mit dem Betriebsplenum?

Hier ist dazu gedacht, dass wenigstens eine*r jeder AG kommt und alle über den Betrieb sprechen und ihre Punkte und Erfahrungen teilen. Mitarbeiter*innen, die sich nicht in einer AG befinden, sind auch eingeladen.

Wenn Menschen nicht kommen können, können sie entweder eine Mail an uns schreiben, oder während ihrer Schicht in ihr Gewerksheftchen schreiben. Am Ende gibt es ein 2–3 seitiges Protokoll.

Es fängt mit einer Punktesammlung aller Beteiligten an, dann kommt die Nachbesprechung des vorherigen Wochenendes, dazu gehört die Stimmung an den Abenden, besondere Vorfälle, wie kann man die Abende im Meier schöner machen.

Danach Vorbereitung für das kommende Wochenende, Öffnungszeiten, Absprachen mit Crews, wichtige Infos usw. Folgend die Budgetanfragen aller Bereiche und am Ende werden die Punkte, die vorher gesammelt wurden, ausführlicher besprochen.

Fragt sich die Schichtplanung: Helfen die Protokolle für irgendwas? Weiß ich nicht. Da nur Programm, Schichten und (manchmal) Gästebetreuung zu diesem Plenum gehen, werden nur die Interessen von diesen AGs vertreten. Für Schichten ist super, dankeschön*

Alle! Informationsstand 10.16




Mensch Meier, was soll das mit der Frauen*Kampfsportgruppe?

»Ich finde Frauen die kämpfen können super heiß!«
»Findest du nicht, dass du viel zu klein/dünn/dick (etc.) bist, um gegen irgendjemanden zu kämpfen?«

»Lass mich dir kurz zeigen wie diese Technik besser geht.«
»Die Typen mit denen du trainieren würdest, müssten extra vorsichtig mit dir umgehen, stimmt’s?«

»Ist alles okay bei dir Zuhause?«
»Du trainierst Kampfsport? Das ist ja süss!«

»Warum machst du nicht etwas, das mehr ladylike ist - wie Yoga?«
»Es ist sicherlich echt heiß mit lauter Frauen zu trainieren, habe ich recht?«

»Ich schlage keine Frauen, darum kann ich nicht mit dir trainieren.«
»Ich bin auch ganz vorsichtig, okay?«

Ja, ich könnte dir in den Arsch treten und wenn du nicht sofort damit aufhörst solche sexistischen Fragen zu stellen, werde ich es tun.

Alle Informationen: Stand 07.17




Mensch Meier, was soll das mit dem links-sein?

Wir sagen nicht gerne das wir links sind, weil dieses Wort das was wir sind völlig unzureichend beschreibt. Es bleibt uns aber gar nichts anderes übrig, als diese Zuordnung ab und an zu verwenden, um anderen Menschen ohne viele Umstände verständlich zu machen, was wir alles nicht sind. Wir sind nicht autoritär, nicht dogmatisch, nicht bigott, nicht patriotisch, nicht profitgeil, nicht homophob...

Das klingt erstmal nach einem großen DAGEGEN! Etwas was denen die sich links nennen ja gerne vorgeworfen wird.

Aber wir sind gegen diese Dinge, weil wir für etwas anderes sind. Dieses andere ist weder ein weit entferntes nicht näher umschriebenes Ziel, noch die Umsetzung eines Masterplans, den sich irgendwer ausgedacht hat.

Dieses „Andere" ist nichts anderes, als die Art und Weise, wie wir miteinander als Menschen in Beziehung treten, sowohl jetzt und ganz konkret, als auch zukünftig. Diese Beziehungen sind/sollen sein: solidarisch, befreiend, gleichberechtigt, progressiv, lustvoll, bewußt, streitfreudig…

Dass ist dann eben auch nichts „Anderes“ - sondern das was ganz normal ist/sein sollte! Doch wir sind immer wieder gezwungen uns mit „Dingen“ auseinander zu setzen, die verhindern/verhindern wollen, dass dies die Art und Weise ist wie wir einander begegnen. Das sind also "Dinge"/Einrichtungen/Herrschaftsverhältnisse… die uns bekämpfen und die wir bekämpfen und abschaffen / abschaffen wollen. Und weil diese Erklärung noch lange nicht umfassend genug ist, aber jetzt schon kompliziert, sagen wir manchmal auch gerne das wir links sind, weil das so viel einfacher ist.

Alle! Informationen: Stand 06. 17




Mensch Meier, was soll das mit dem Rausch?

Als Clubkollektiv kommt man um Rauscherfahrungen nicht herum. Als Club leben wir nicht zuletzt von den Getränken, die wir an den Theken verkaufen. Im Rausch liegt Magie, die verbinden, reinigen, erhöhen und sogar verliebt machen kann. Und einen Kater. Wie das mit Magie so ist, stellen Rauschsituationen und -Abenteuer immer auch eine erhöhtes Risiko da. Für uns ist Rausch eine Frage von Vertrauen. Um dir den Raum auf eine Weise vorzubereiten, in der du in aller Gelassenheit frei drehen kannst, geben wir uns große Mühe: ein liebevolles Setting mit vielen Details, diverse Kommunikationsangebote, ein aufmerksames Team. Du findest für viele Stimmungslagen den richtigen Ort bei uns.

Wenn du siehst, dass jemand nicht klar kommt, sag einfach jemanden vom Team Bescheid oder sprich die Person selber an. Passt auf einander auf. Trink mal eine Limo oder ein Wasser zwischendurch. Geh weiterhin respektvoll mit anderen Menschen um.

Ansonsten: Trink doch noch ein Bier und check unsere leckeren Schnäpse!




Mensch Meier, was soll das mit der Arbeit?

Unsere Erfahrung ist, das Tatendrang meist in Arbeit ausartet. Wir leben in einer Ära, in der sich Arbeit stark verändert.

Es gibt ein Dilemma zwischen der Idee des paradiesischen Raumes ohne Arbeit, (etwa der Kindheit oder dem Schlaraffenland) einerseits; andererseits gesellschaftlichen Veränderungen hin zu immer größerer Massenarbeitslosigkeit.

Der Traum vom Leben ohne Arbeit kann schnell zum Albtraum werden. Seit der Gründung des Mensch Meiers sind Überlegungen zum Thema Arbeit für uns zentral.

Wir wollen gestalten und sind bereit uns dafür die Finger schmutzig zu machen. Um den Laden am Laufen zu halten, arbeiten an einem Abend etwa zwanzig Meier bei uns als Angestellte und Freiberufler. Wir sind Arbeitgeber geworden, was unsere Perspektive natürlich verschiebt und erweitert.

Das merken wir an den Fragen, die wir uns stellen: Sind wir gerecht? Wie organisiert man einen Clubbetrieb möglichst hierarchiebefreit? Wo fängt Selbstausbeutung an? Wie können wir Arbeit sparen? Wie welche schaffen? Was soll das mit dem Geld?




Mensch Meier, was soll das mit der Aussenwirkung?

Wir wollen kein Logo, keinen Schriftzug, keine Corporate Identity. Dieser Grundsatz stand am Beginn des Nachdenkens über ein Mensch Meier Erscheinungsbild und wurde seitdem nicht über den Haufen geworfen. Fuck art - fight cops, lol.

Das macht manches einfacher und manches schwieriger. Wir können frei jeden Tag uns nach spontaner Stimmung ein neues Bild einfallen lassen, aber wir müssen uns auch jeden Tag ein neues Bild einfallen lassen. Das macht die Wiedererkennung nicht unbedingt leichter. Das Meier und seine produzierten Bilder und gesetzten Worte sollen nicht fertig sein, nicht eindeutig, sollen prozesshaft Prozesse abbilden, sollen Vielstimmigkeiten gesprochener Worte einfangen, aber eher unsere eigenen Stimmen und derer um uns rum. Und wie immer so viel selbstgemacht wie möglich. Dil Dilettantismus auf Profi-Niveau.

Aber auch in dieser AG drückt ein gefühlter (selbstgemachter?) Kapitalzwang hin zu einem »damit es der gedachte kaufkräftige Mainstream auch versteht«. Wenig Zweifel und Widerspruch - viele klare Aussagen, MENSCH MEIER 23 UHR TECHNO! Damit mensch es auch vom fahrenden Fahrrad herab lesen kann ohne stehenbleiben zu müssen, nicht stehenbleiben, nicht stehenbleiben.

Alle! Informationen: Stand 05.17