FR. · 20.09. · 15:00 Uhr
Hauptsache es knallt
Klimademo / Kapitalismus wegbassen



Hauptsache es knallt?

Ab dem 20. September rufen Fridays for Future angesichts der Klimakatastrophe und der Handlungskrise der politischen Systeme zum globalen Klimastreik auf.
Wir laden die Berliner Club- und Partyszene zum system change ein, um sich mit der ganzen Welt zu erheben – denn innerhalb der kapitalistischen Verwertung gibt es nix mehr zu feiern. Deshalb gehen wir an diesem Tag zusammen mit Fridays For Future, mit anderen ungehorsamen Gruppen, unserem eigenen Protest und generell allem uns verfügbaren clubkulturellen Potenzial in den Rave Aufstand.

Kann es so weiter gehen?

Wir finden nicht. Es muss ein Systemwandel her. Unseren Aufruf zum Rave Aufstand findet ihr weiter unten.
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Zusätzlich bitten wir euch Folgendes zu beachten und vor allem beim Protest mitzumachen. Wie?

1. Wer seine Kanäle nicht nur öffnen und nutzen, sondern aktiv in die Planung, Vorbereitung und die Mobilisierungsarbeit involviert werden möchte, schreibt eine kurze Mail mit Betreff: "Mobi für den Rave Aufstand" an kapitalismuswegbassen@systemli.org

2. Wer einen Wagen anmelden, diese Stadt mit Bass und politischen Inhalten füllen möchte, schreibt eine kurze Mail mit Betreff: "Wagenanmeldung zum Raveaufstand" an kapitalismuswegbassen@systemli.org

3. Alle anderen Anliegen, Fragen und Angebote bitte ebenfalls mit einem passenden Betreff an. kapitalismuswegbassen@systemli.org

4. Unterzeichnet den Aufruf (die Liste gibt es weiter unten) und, falls das an dieser Stelle noch nicht klar geworden ist: Verbreitet ihn auf allen Kanälen!

Auf in den Rave Aufstand. Bis sich was ändert.

(Weitere Informationen zu den Routen und Abläufen folgen in Kürze.)

▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ *** AUFRUF ZUM RAVE AUFSTAND *** ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬

No Future No Dancefloor

Ab dem 20. September rufen Fridays for Future angesichts der Klimakatastrophe und der Handlungskrise der politischen Systeme zum globalen Klimastreik auf. Wir laden die Berliner Club- und Partyszene zum system change ein, um sich mit der ganzen Welt zu erheben - denn innerhalb der kapitalistischen Verwertung gibt es nix mehr zu Feiern.

Feiern als gäbe es kein Morgen …

Wir feiern viel, gern und verschwenderisch. Aber statt rassistischen Unsinn von Überbevölkerung zu labern, lieben wir es eng, laut, stickig und voll. Statt nationale Ausgrenzung wollen wir alle dabeihaben, egal woher sie kommen, wie sie lieben, begehren oder aussehen. Unsere Nebelmaschinen ballern bis es von der Decke tropft und wir tanzen wie entfesselt. Aber wir sind nicht so vernebelt zu glauben, dass unser hedonistischer Ausnahmemoment die Welt zugrunde richtet und nicht der allesfressende kapitalistische Normalzustand. Für nachhaltigen Feierexzess recyceln wir den letzten Schrott.

Während wir selbstorganisiert, ressourcenschonunglos und antiautoritär Biotope und Utopien gestalten, erleben wir, dass unsere DIY-Ästhetik in Kreativnischen der Überflussgesellschaft nur dort geduldet wird, wo sie ihre Alternativlosigkeit nicht infrage stellt.
Unsere Ziehröhrchen sind nicht aus Zuckerrohr und nicht selten stimmt bei uns die Chemie. Als kritische Konsument*innen greifen wir noch nach dem letzten Strohhalm, statt 24/7 für die Konsumideologie roboten zu gehen.

Wir verknallen unsere Energie, um noch etwas zu spüren und unsere Synapsen zu kitzeln. Aber wir sind nicht so abgestumpft, dass uns alles scheißegal ist. Unsere Community teilt Rave und Rausch genauso solidarisch wie Awareness und Verantwortung. Unsere fridays dauern bis in den Montagmorgen und am Dienstag ist dann bei uns no future. Aber wir sind nicht so wasted, dass wir kein oben und unten mehr erkennen oder keinen Begriff von globaler Gerechtigkeit mehr haben.

... aber kein Sounddreck zum Untergang

Seit mehr als einem Jahr rebellieren Schüler*innen weltweit gegen die globale Klimakrise, die Ignoranz der Verantwortlichen und rechte Klimaleugner*innen. Sie bestreiken an Freitagen nicht die Schule, weil sie lieber shoppen, kiffen oder in unseren Clubs tanzen gehen, sondern weil sich das Zeitfenster, das noch bleibt, um den irreparablen Zerstörungsprozess zu stoppen, schließt. Weil sie wissen, dass es keinen Planet B gibt. Als Crews und Orte clubkultureller Vergesellschaftung rufen wir Euch alle zum kommenden Rave Aufstand. Wir nehmen die rosa Pille oder die schwarze oder gar keine, aber unsere Freiheitssimulation ist nicht verhandelbar:

Klimagerechtigkeit statt Verwertungslogik. Kapitalismus wegbassen. The only good system? Soundsystem!